1. Außenwirtschaftstag macht Chancen Niedersachsens im neuen Europa deutlich

Die EU-Erweiterung bietet für Niedersachsen eine große Chance, die Rolle einer Drehscheibe in den Wirtschaftsbeziehungen zu den Beitrittsstaaten auszubauen.


Beim 1.Niedersächsischen Außenwirtschaftstag auf der Hannover Messe stimmten Politik, Verbände, Unternehmen und Wissenschaft überein, dass eine noch stärkere Präsenz der niedersächsischen Wirtschaft auf den Märkten Mittel- und Osteuropas deutlich mehr Chancen für mehr Wachstum als Risiko für die Beschäftigung bietet.

In den für Niedersachsen wichtigen Verkehrs- und Mobilitätsbranchen Luftfahrt, Fahrzeugbau und Logistik, aber ebenso im Energie- und Umweltbereich ergeben sich nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Walter Hirche konkrete Chancen für die mittelständische Industrie des Landes. Niedersachsen wolle seinen Anteil am deutschen Gesamtexport wieder erhöhen, Ministerpräsident Christian Wulff verwies auf die über 1000 Firmen aus Niedersachsen, die bereits Geschäftsbeziehungen in Polen haben. Das Land und seine Unternehmen will Wulff für den Wettbewerb in der erweiterten EU fit machen:"Standortnachteile werden bestraft." Mehr Wachstum und eine größere Dynamik und Innovationskraft im Europa der 25 nannte auch EU-Kommissar Pascal Lamy als dringend gebotene Aufgabe. Nur so könne sichergestellt werden, dass aus dem wirtschaftichen Gewicht des "großen Elefanten", dem europäischen Binnenmarkt mit seinen 450 Millionen Menschen, auch eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit erreicht werde.


Professor Ansgar Belke machte in seinem Beitrag deutlich, dass Deutschland zu den Gewinnern der EU-Erweiterung zählen kann, wenn es das anhaltende Wachstum in den Beitrittsstaaten selbst für die Ausweitung des eigenen Exports nützt. Die beim Außenwirtschaftstag anwesenden Repräsentanten fast aller Beitrittsstaaten verwiesen hierbei auf die überragende Rolle Deutschlands in den eigenen Handelsbilanzen und bei den Direktinvestitionen.

Die niedersächsischen Unternehmer riefen die Minister und Staatssekretäre der neuen EU-Staaten bei der Veranstaltung auf der Hannover Messe dazu auf, gebotene Chancen rasch und entschlossen zu nützen. Deutlich wurde, dass die Beitrittsstaaten untereinander in recht heftigem Wettbewerb stehen, wenn es um die Ansiedlung deutscher Unternehmen geht.

In der Podiumsdiskussion mit führenden Wirtschaftsvertretern - darunter dem ungarischen Wirtschaftsminister Dr. Istvan Csillag - wiesen diese auf die jeweiligen Standortvorteile und bereits angesiedelte Unternehmen aus Deutschland aus dem Westen hin. Dass große Unternehmen wie Volkswagen oder die NordLB durchaus Lokomotivfunktion für die mittelständische Wirtschaft wahrnehmen, wurde mehrfach unterstrichen. Dass sich aber auch ganz kleinen Unternehmen Chancen bieten, stellte sich auf der Kooperationsbörse heraus, die die Osteuropa-Agentur und das niedersächsische Handwerk am Rande des Außenwirtschaftstags durchführten.


13.04.2004 16:46 Alter: 8 yrs




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