ELV/eQ-3 in China - Ein Erfahrungsbericht


In der Elektronikproduktion - und hier insbesondere im Bereich der Konsumerelektronik - ist China schon seit einigen Jahrzehnten das Land der Wahl. Nachdem wir in den 1990er Jahren begonnen hatten, unsere Geräte bei Fremdfertigern in China herstellen zu lassen, zeigte sich gegen Ende des Jahrzehnts verstärkt, dass enorme Anstrengungen vonnöten waren, unsere hohen Qualitätsvorgaben auf Dauer bei Fremdfertigern durchzusetzen. Der Entschluss, ein eigenes Werk zu gründen, lag nahe, wobei wir uns von vornherein für ein 100 % eigenes Werk entschieden haben.
Standortsuche
Unterstützt durch ein befreundetes Unternehmen, das schon seit einigen Jahren dort äußerst erfolgreich tätig war, fiel unsere Wahl auf die Stadt Baoan in der Nähe von Shenzhen, wo wir im Jahr 2000 unser erstes Werk gründeten.
Nachdem wir 2004 am dort angemieteten Standort an die Grenzen der Expansionsmöglichkeit gestoßen waren, sich die Übernahme von bereits bestehenden Gebäuden jedoch als nicht praktikabel herausstellte, fiel der Entschluss, ein eigenes Fabrikgebäude zu bauen.
Auf mehreren Delegationsreisen nach China - unter der Leitung von Ministerpräsident Wulff sowie auch dem damaligen Wirtschaftsminister Walter Hirche - erhielten wir die Möglichkeit, uns über geeignete Ausweichstandorte in anderen Bereichen Chinas zu informieren. Weitere wertvolle Unterstützung erhielten wir darüber hinaus immer wieder von den Mitarbeitern der Außenwirtschaftsabteilung der IHK Hannover sowie von Hauptgeschäftsführer Dr. Wilfried Prewo persönlich.
Ein Delegationsmitglied empfahl uns den Großraum Zhuhai als evtl. geeigneten Standort. Gute Infrastruktur, die Nähe zu Airport und Hafen, die gute Anbindung zu Hongkong und Macau sowie vergleichsweise günstige Preise für Grundstücke fielen sofort positiv auf.
Ein weiterer entscheidender Vorteil war die hervorragende Unterstützung durch die chinesische Lokalregierung, die ansiedlungswilligen Unternehmen gute Rahmenbedingungen bietet.
Am 31.03.2008 wurde dann im Beisein des damaligen Wirtschaftsministers Hirche sowie des Hauptgeschäftsführers der IHK Hannover, Dr. Wilfried Prewo, das neue Produktionswerk in Sanzao Town in Zhuhai eingeweiht (siehe Foto).
Zwei Jahre und viele letztlich gemeisterte Herausforderungen später produziert ELV/eQ-3 Massenstückzahlen im eigenen Werk mit ausschließlich chinesischem Personal - von mehrfachen wöchentlichen Aufenthalten einiger Mitarbeiter aus dem deutschen Stammhaus einmal abgesehen.
Entgegen der häufig geäußerten Meinung, es sei angeraten, zumindest das Top-Management mit Mitarbeitern aus dem Mutterkonzern zu besetzen, haben wir gute Erfahrungen mit dem ausschließlichen Einsatz lokaler Mitarbeiter gemacht. Was auf der einen Seite vielleicht einen Mehraufwand in Bezug auf Kulturtransfer bedeutet, ist auf der anderen Seite ein unschätzbarer Vorteil im Umgang mit Behörden, Personal etc. Als Deutscher ohne Chinesisch-Kenntnisse eine Firma in China zu gründen, dürfte ungleich schwieriger sein - wenn nicht gar unmöglich - für qualifizierte "Locals" jedoch kein Problem.
Selbstverständlich sind kulturelle Besonderheiten zu respektieren. Nach unseren Erfahrungen ist dies im Falle von China aber trotz des großen kulturellen Unterschieds zu Deutschland nicht schwieriger als mit vielen anderen Ländern auch. Respekt, Toleranz und Fingerspitzengefühl im Umgang miteinander natürlich vorausgesetzt.
Aufgrund der geplanten Ausweitung der Produktion ist eine mittelfristige Aufstockung der Mitarbeiterzahl auf 2.500 geplant. Massive Konjunkturprogramme der chinesischen Regierung verschafften den Regionen im Landesinnern in den letzten Jahren jedoch starken Auftrieb, was zu erheblichem Arbeitskräftemangel in der Provinz Guangdong geführt hat. Wir sind jedoch zuversichtlich, diesen und anderen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können und somit auch längerfristig zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen - in China und Niedersachsen - beitragen zu können. So werden wir auch am Stammsitz in Leer künftig weiter expandieren; geplant ist die Beschäftigungszahl in nächster Zeit um gut 15 % zu steigern.
Unternehmensprofil:
Die ELV/eQ-3-Gruppe zählt seit mehr als 30 Jahren zu den Innovations- und Technologieführern in den Bereichen Hausautomation und Consumer Electronic in Europa. Seit ihrer Gründung im Jahr 1978 hat sich ELV als richtungweisendes Elektronikversandhaus auf dem deutschen Markt etabliert und bietet mehr als 10.000 Produkte online sowie per Katalog mit einer Auflage von über 500.000 Exemplaren an. Mit mehr als 180 Produkttypen verfügt die eQ-3 als Hersteller von Home Control- und Energiemanagement-System-Lösungen über das industrieweit breiteste Angebotsportfolio. Die Marke "HomeMatic" umfasst dabei Lösungen von Heizungsthermostaten, Lichtsteuerung und Sicherheitstechnik über Türschlossantriebe, Fenster-Aktoren, Fernbedienungen, Gateways sowie Hauszentralen bis hin zu Softwareprodukten von Partnern. Die Produktentwicklung erfolgt ausschließlich in der Zentrale in Leer. Produziert wird im eigenen Werk in Südchina mit Zertifizierungen gemäß ISO 9000, VDE, VdS, UL und ETL. Diese Kombination bringt Qualitäts- und Kostenaspekte optimal in Einklang.
www.elv.de
www.eq-3.de







