9. Niedersächsischer Außenwirtschaftstag 2012 - ASEAN-Region

Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler eröffnet den 9. Niedersächsischen Außenwirtschaftstag © Michael Siebert
Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler eröffnet den 9. Niedersächsischen Außenwirtschaftstag © Michael Siebert

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler eröffnete den 9. Niedersächsischen Außenwirtschaftstag am 24. April 2012, der in diesem Jahr den Wirtschafts-beziehungen mit der ASEAN-Region gewidmet war.

Der Niedersächsische Außenwirtschaftstag, die größte außenwirtschaftliche Veranstaltung des Landes Niedersachsen, findet traditionell am Messe-Dienstag, dem zweiten Tag der HANNOVER MESSE statt. Er bietet seit 2004 Ländern und Regionen eine Plattform, ihre Wirtschaftskraft interessierten Teilnehmern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu präsentieren. Mit 270 Gästen verzeichnete die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder eine hohe Besucherzahl.

Wirtschaftsminister Rösler sprach in seiner Eröffnungsrede über die wirtschaftlichen Beziehungen zu den ASEAN-Staaten. Die Bundesregierung ermutige deutsche Unternehmen zum Engagement in dieser Region und werde die Partnerschaft mit ASEAN durch bilaterale Abkommen und politische Begleitung weiter stärken.

H. E. Dr. Widhya Chem, Botschafter von Kambodscha, das 2012 den Vorsitz der ASEAN innehat, berichtete in seiner Keynote, dass die Vereinigung südostasiatischer Staaten 1967 von Thailand, Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Singapur nach dem Vorbild der damaligen EWG gegründet wurde. Der Staatenbund, der heute zehn Länder umfasst, hat sich zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Gemeinschaft mit einem BIP von annähernd 1,5 Billionen und einer Bevölkerung von rund 600 Millionen Menschen entwickelt. Nach dem Vorbild der heutigen Europäischen Union strebt die Organisation bis 2015 die Schaffung der ASEAN Economic Community an, eines Binnenmarktes mit einer gemeinsamen politischen Vision.

Hochkarätige deutsche und asiatische Referenten berichteten anschließend über die politische und wirtschaftliche Situation in ausgewählten ASEAN-Staaten, über Geschäftsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen sowie über die steigende Bedeutung dieser Region im Geflecht der internationalen Wirtschafts-beziehungen.

Sie waren sich einig in der Bewertung, dass die ASEAN-Staaten einen äußerst attraktiven Markt für deutsche Exporteure und Investoren darstellen und längst aus der Rolle der „verlängerten Werkbank“ für europäische Unternehmen heraus-gewachsen sind. Dabei weisen die einzelnen ASEAN-Staaten durchaus unter-schiedliche Stärken auf: Singapur bildet mit seiner zentralen Lage und seiner exzellenten Infrastruktur das Drehkreuz der Region und bietet hohe Rechts-sicherheit – auch beim Schutz geistigen Eigentums. Indonesien kann mit einem großen Absatzmarkt (240 Mio. Einwohner), seinem Rohstoff-Reichtum und einem niedrigen Lohnniveau punkten. Und Vietnam überzeugt durch politische Stabilität und einen leichten Markteintritt für Ausländer.

Deutsche Unternehmer, die ein Engagement in Asien planen, sollten sich einen Nischenmarkt suchen, in dem sie ihre hochwertigen Produkte rentabel anbieten können, und sich von den lokalen Mitbewerbern zum Beispiel über eine bessere Kundenbindung differenzieren. Und sie sollten sich bewusst machen, dass in dieser Region das „Know-who“ noch wichtiger ist als das Know-how.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des 3. Niedersächsischen Außenwirtschaftspreises und die Ehrung aller nominierten Unternehmen durch Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode. Informationen über die Sieger und alle Nominierten finden Sie in unserer Presseinformation.

Eine Podiumsdiskussion rundete das Programm des Außenwirtschaftstages ab. Unter der Leitung von Timo Prekop, Vorstandsmitglied des Ostasiatischen Vereins OAV, diskutierten hochrangige Vertreter der Nord/LB, der indonesischen Industrie- und Handelskammer, der German Trade & Invest (GTAI) und der Unternehmen Symrise und Duane Morris über das Geschäftspotenzial für deutsche Unternehmen in der Wachstumsregion ASEAN.

Auch diese Diskussion drehte sich um die zwei zentralen Botschaften der Veranstaltung: Die ASEAN-Staaten sind mit ihrer hohen wirtschaftlichen Dynamik ein ausgesprochen attraktiver Zielmarkt für deutsche KMUs. Und: ASEAN ist (noch) kein Binnenmarkt, sondern geprägt durch große Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten – in der wirtschaftlichen Entwicklung, dem Lebensstandard, der Infrastruktur und den administrativen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Deutsche Unternehmen können deshalb nicht „nach Asien“ gehen. Sie sollten sich über das eigene Stärken-Profil klar werden, in Abhängigkeit davon das richtige Zielland auswählen und sich dann – wie es ein Unternehmensvertreter auf dem Podium formulierte – „den jeweiligen Randbedingungen konstruktiv stellen.“  Dann können gerade auch kleine und mittlere Unternehmen die Geschäftspotenziale ausschöpfen, die diese aufstrebende Region bietet.

Die Präsentationen einzelner Referenten sind auf Anfrage erhältlich.
Kontakt:
Dirk Hertrampf
Tel. 0511 89 70 39 - 27
E-Mail: dirk.hertrampf(at)nglobal.de
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Christina Blume
Counsellor Europe, World Expositions and Events
E-Mail: Christina.Blume(at)nglobal.de
Tel. +49 511 89 70 39 – 24
Fax +49 511 89 70 39 – 69

Dirk Hertrampf
Counsellor Asia-Pacific
E-Mail: Dirk.Hertrampf(at)nglobal.de
Tel. +49 511 89 70 39 – 27
Fax +49 511 89 70 39 – 69

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